Fetale Programmierung (Maus-Modell)

Kinderpsychiatrie

Leiter:
Prof. Dr. med. Gunther H. Moll

Pränatales Trauma und fetale Programmierung im Maus-Modell

Ansprechpartner: Anne-Christine Plank 

An einem Mausmodell eines pränatalen Traumas, das wir in den vergangenen Jahren entwickelt haben, untersuchten wir die Folgen der Traumaerfahrung auf molekular-epigenetischer Ebene. Wir bestimmten die Expression und DNA-Methylierung verschiedener stressassoziierter Gene im dorsalen Hippocampus von traumatisierten Muttertieren und deren Nachkommen. Die Muttertiere zeigten eine verminderte Crhr1 und Nr3c2 Expression, die mit einem erhöhten Methylierungsgrad der bestimmten CpG-Inseln dieser Gene einherging. Interessanterweise zeigten die Nachwuchstiere eine entgegengesetzte Regulierung des Gens Crhr1. Weiterhin wurde in Folge des Traumas noch vor der Geburt die Herunterregulierung der Expression von Fkbp5 im Hypothalamus festgestellt, die in das Erwachsenalter der pränatal traumatisierten Tiere persistierte. Zusammengefasst unterstützen unsere Befunde die Hypothese, dass die Verhaltens- und neurohormonellen Veränderungen in Folge eines pränatalen Traumas durch epigenetische Mechanismen und die Expressionsregulation der Schlüsselgene des Stresssystems bereits in utero beeinflusst werden.

Förderung:

IZKF Fonds der Medizinischen Fakultät an der Friedrich-Alexander-Universität

Publikationen:

Golub Y, Schildbach EM, Touma C, Kratz O, Moll GH, von Hörsten S, Canneva F.
Role of hypothalamus-pituitary-adrenal axis modulation in the stress-resilient phenotype of DPP4-deficient rats.
Behav Brain Res. 2018. doi: 10.1016/j.bbr.2018.08.029
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30176267

Golub Y, Canneva F, Funke R, Frey S, Distler J, von Hörsten S, Freitag CM, Kratz O, Moll GH, Solati J.
Effects of In utero environment and maternal behavior on neuroendocrine and behavioral alterations in a mouse model of prenatal trauma.
Dev Neurobiol. 2016;76(11):1254-1265
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26899175

Solati J, Kleehaupt E, Kratz O, Moll GH, Golub Y.
Inverse effects of lipopolysaccharides on anxiety in pregnant mice and their offspring.
Physiol Behav. 2015;139:369-374
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25447752

Sauerhöfer E, Pamplona FA, Bedenk B, Moll GH, Dawirs RR, von Hörsten S, Wotjak CT, Golub Y.
Generalization of contextual fear depends on associative rather than non-associative memory components.
Behav Brain Res. 2012;233(2):483-493
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22659395

Kooperationen:

Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU)

Universitätsklinikum Erlangen (UKER)

Experimentelle Biomedizin

http://www.experimentelle-therapie.uk-erlangen.de

Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

Kinder- und Jugendpsychiatrie (PD Dr. Yulia Golub)

https://www.uniklinikum-dresden.de/de/das-klinikum/kliniken-polikliniken-institute/kjp