Stressregulation bei Angststörungen

Kinderpsychiatrie

Leiter:
Prof. Dr. med. Gunther H. Moll

Stressregulation bei Kindern und Jugendlichen mit einer umfassenden Angststörung

Ansprechpartner: Yulia Golub

Mit verschiedenen Methoden untersuchten wir bei gesunden und an einer Angststörung erkrankten Kindern und Jugendlichen die Regulation der HPA-Achse. So wurden kumulative HaarcortisolKonzentrationen sowie die basalen als auch stress - induzierten Cortisol-Konzentrationen im Speichel gemessen. Bei gesunden Kindern konnten wir die Altersabhängigkeit basaler und stressinduzierter Cortisolwerte aufzeigen. Beim Vorliegen emotionaler Symptome zeigten sich geringere Cortisolwerte im Haar, beim Vorliegen von Verhaltensproblemen traten die höchsten Haarcortisol-Konzentrationen auf. Bei Kindern und Jugendlichen mit einer umfassenden Angststörung zeigte sich eine erhöhte Aktivität der HPA-Achse in Ruhe sowie eine geminderte Antwort der HPA-Achse auf Stress im Vergleich zu einer gesunden Kontrollgruppe. Weiterhin war der Neuropeptid Y (NPY) Spiegel bei erkrankten Kindern und Jugendlichen erhöht. Die Abnahme der klinischen Symptomatik ging mit einer Normalisierung der Funktion beider Systeme einher. Die Ergebnisse implizieren, dass die Kombination reaktiver, basaler und kumulativer Cortisolmaße zum Verständnis der komplexen altersabhängigen Prozesse der Stressregulation bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten beitragen kann.

Publikationen:

Funke R, Eichler A, Distler J, Golub Y, Kratz O, Moll GH.
Stress system dysregulation in pediatric generalized anxiety disorder associated with comorbid depression.
Stress Health. 2016. doi: 10.1002/smi.2736.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27982510

 
 
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Zusammenfassung